PROFESSUR FÜR ARCHITEKTUR
UND STÄDTEBAU —

PROF. KEES CHRISTIAANSE

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LEHRE


WAHLFACH FS14 KLEINÖKONOMIEN ALS TREIBER DER QUARTIERSENTWICKLUNG


Bilder: Gleis70 Gewerbehaus in Altstetten

KLEINÖKONOMIEN ALS TREIBER DER QUARTIERSENTWICKLUNG

 

Die Wirtschaft des Metropolitanraumes Zürich besteht zu 80% aus Klein- und Mittelunternehmen. Diese urbanen Kleinökonomien prägen durch ihre Aktivitäten und Erscheinungsformen die Stadtmorphologie und den städtischen Alltag. Diese Vielfalt deckt sich oft nicht mehr mit standardisierten administrativen und politischen Begrifflichkeiten, die jedoch Raumpolitik und Stadtentwicklung in Bezug auf die Integration von Gewerbe und Kleinunternehmer in der Stadtentwicklung prägen. Anhand von fünf Fallstudien in peripheren Gebieten der Stadt Zürich soll aus der Sicht des Architekten und Stadtbauers untersucht werden, wie Bau- und Raumtypologie, unternehmerische Tätigkeit und Transformationsprozesse und Stadtentwicklung in ständiger Wechselwirkung zueinander stehen und von einander profitieren.

 

Urbane Ökonomien als Treiber der Stadtentwicklung

Über ihren Beitrag zur Schweizerischen Volkswirtschaft hinaus, tragen vor allem kleine urbane Ökonomien zu einer Kultur der Vielfalt bei und haben einen räumlichen katalytischen Effekt auf die Stadtentwicklung. Sie umfassen Unternehmen, Netzwerke und Arbeitsformen, die über mannigfaltige Verflechtungen in die ökonomischen und sozialen Strukturen und Interaktionbeziehungen von Stadtgebieten eingebunden sind.

Die im Wahlfach eingeführten Fallstudien sind typische Muster Züricher urbaner Kleinökonomien, welche über ihren wirtschaftlichen Mehrwert die Stadt und ihren Stadtraum bereichern. So sollen diese Typologien (e.g. Gewerbehaus, KMU-Park, städtischer Einzelbetrieb, Blockrand) anhand unterschiedlicher Aspekte porträtiert werden. Diese Aspekte umfassen Verankerung im Quartier, unternehmerische und typologische Entwicklung und Transformation über die Jahre, aktive und passive Akteure und Mitgestalter, Wechselbeziehungen zwischen unternehmerischer Tätigkeit und gebauter Umwelt, sowie räumliche Bedürfnisse der Unternehmer und treibende Wirkung zur Quartiersentwicklung.

 

Methodik

Nach einer Inputvorlesung über „Stadt und urbane Kleinökonomien“ im wissenschaftlichen Diskurs und einer Einführung im Kontext der Stadt Zürich (gewerbliche Konzentrationsprozesse in der Stadtentwicklung, Stadt vs. Peripherie, Städtische Entwicklungsstrategien und – Instrumente) folgt eine Vorortbesichtigung, um auf die Aufgabenstellung sensibilisiert zu werden. Die Analysen werden in Gruppenarbeiten in kleineren Feldforschungen (Interviews, Beobachtung, Fotoreportage, Kartierung) und Research durchgeführt. Diese Ergebnisse werden in zwei Workshops mit Gästen aus der Stadtplanung und Wirtschaft diskutiert.

 In diesem Wahlfach soll es darum gehen aus städtebaulicher und architektonischer Perspektive diverse Muster urbaner Ökonomien auf ihre räumlichen Potentiale, Defizite, stadtraumspezifische Differenzierungsprozesse und Zukunftsperspektiven zu untersuchen. Dabei spielt das Verhältnis zwischen Stadtrand und Stadtkern eine wichtige Rolle. 

Die Recherchen können im Anschluss ans Semester vertieft in einer Wahlfacharbeit untersucht werden.


Wahlfach | Prof. Kees Christiaanse, Tessina Schenk

Donnerstags, 16.00-18.00, ONA E15

Einführungsveranstaltung: 20. Februar 2014


Kontakt Tessina Schenk