PROFESSUR FÜR ARCHITEKTUR
UND STÄDTEBAU —

PROF. KEES CHRISTIAANSE

ETH Zürich – Institut für Städtebau
ONA G41 – Neunbrunnenstrasse 50 – 8093 Zürich
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ARCHIV


SYMPOSIUM 2014: DETAILINFORMATIONEN


Detailinformationen zum

Nachmittagsprogramm des Symposiums vom 4. April 2014

Block 3 14h-15h30

Moderierte Workshops – Aus der Städtebau- und Planungspraxis

90 Minuten

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Workshop 1

Mobilitätsinfrastrukturen: Multiskalare Vermittler?

Mobilitätsinfrastrukturen gelten als treibende Kräfte in Urbanisierungsprozessen – und gleichzeitig als Hoffnungsträger für Integration und Identifikation. Als grand projets re-organisieren sie sowohl regional als auch lokal die bestehende urbane Topologie. Im Kontext der Planungsinstrumente drängen sich deshalb folgende Fragen auf: Wie vermitteln Mobilitätsinfrastrukturen zwischen übergeordneten Visionen und Strategien (z.B. Kantonaler Richtplan, SVIR) und lokalen, implementierten städtebaulichen Projekten? Wie sehen die Planungsinstrumente und -prozesse aus, welche die notwendigen multiskalaren Verknüpfungen leisten können?


Instrumente: Agglomerationsprogramme, kantonaler Richtplan, regionale Richtpäne; SVIR, Structuurvisie Amsterdam 2040, Strategisch plan fase 2: 2010–2020

• Fallbeispiele: Neuer Bahnhof sowie neuer regionaler und internationaler Verkehrsknotenpunkt Zuidas (Amsterdam); Limmattalbahn (Zürich)
• Moderation: Simon Kretz und Eirini Kasioumi (Prof. Christiaanse, ETH Zürich), kretz@arch.ethz.ch / kasioumi@arch.ethz.ch
• Protokoll: Fabian Willi

• Vortragende: Dr. Stan Major (Center of Urban Studies, Universität Amsterdam) Zuidas: "The future second city center of Amsterdam?"; Dr. Andreas Flury (Verwaltungsratspräsident Limmatalbahn AG): "Learning from the Glattalbahn"

• Gäste: Cees Geldof (Urban Designer Zuidas, DRO Amsterdam); Patrick Schirmer, IVT ETH

 

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Workshop 2

Verdichtung und 'Umbau' der polyzentrischen Stadtregion

Der Grossraum Zürich rechnet bsi 2030 mit einem Bevölkerungswachstum von 200,000 Menschen. Welche Instrumente und Prozesse identifizieren wichtige regionale Zentren und unterstützen diese in der Planung? Wie können wir die anstehende 'Verdichtung nach Innen' qualitätsvoll gestalten – mit welchen Instrumenten kann erst eine entsprechende Strategie (Richtpläne, Structuurvisies) erarbeitet werden, die dann in konkrete und finanzierbare Planungen mündet (Testplanung, Sondernutzungspläne, Architekturwettbewerbe; bestemmingsplannen)?

 

Instrumente: Richtpläne, Testplanung, Mehrwertabgabe; Structuurvisie Amsterdam 2040, bestemmingsplannen met en zonder uitwerking

• Fallbeispiele: Planung Buiksloterham (Amsterdam); Planung Regensdorf-Watt (Zürich)

• Moderation: Hans-Georg Bächtold (Geschäftsführer SIA)
• Co-Moderation: Dr. Benedikt Boucsein (Prof. Christiaanse, ETH Zürich), boucsein@arch.ethz.ch

• Protokoll: Anne Mikoleit (Prof. Christiaanse, ETH Zürich)
• Vortragende  Max Walter (Gemeindepräsident Regensdorf, Präsident Planungsgruppe Furttal); Dr. Sebastian Dembski (Center of Urban Studies, Universität Amsterdam)

• Gäste: Mirjana Milanovic (DRO Amsterdam); John Smit (DRO Amsterdam); Paul Bauer (Stv. Direktor Grün Stadt Zürich); Toine van Goethem (DRO Amsterdam); Prof. Dr. Barbara Zibell (Geschäftsführerin FSU)

 

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Workshop 3

Vielfalt in den polyzentrischen Stadtregionen

Eine Region, ihre grösste Stadt und die Gemeinden im Grossraum sind politische AkteurInnen mit unterschiedlichen und teilweise widersprüchlichen normativen Zielen und konkurrierenden Visionen. Selbst wenn es einen Konsens im Rahmen eines gemeinsamen Projekts gibt, erhoffen sich die Beteiligten recht unterschiedliche Ergebnisse, abhängig von ihrer Rolle und Perspektive. Dieser Antagonismus wird häufig in den Strategien und rechtlich bindenden Instrumenten der jeweiligen Behörden widerspiegelt.

Der Wunsch nach sozialer und Nutzungsvielfalt ist ein gutes Beispiel für ein gemeinsam verfolgtes Ziel, welches von der Region, der Stadt und kleineren Gemeinden höchst unterschiedlich interpretiert und umgesetzt wird. Dieser Workshop wird – basierend auf den Erfahrungen der beiden Grossräumen Amsterdam und Zürich – die Leistungsfähigkeit der verschiedenen Planungsinstrumente in Bezug auf die Vielfalt diskutieren. Einerseits wie und ob die letztere erreicht wird und wie die Anstrengungen und Ziele der verschiedenen Planungsebenen und AkteurInnen zusammengeführt werden können.

 

Instrumente: Richtpläne, Regio-ROK, lokale Bau- und Zonenordnungen; Structuurvisie Amsterdam 2040, bestemmingsplannen met en zonder uitwerking

• Fallbeispiele: folgen
• Moderation: Daniel Kiss (Prof. Christiaanse, ETH Zürich), kiss@arch.ethz.ch
• Protokoll: Arpad Hetey (Prof. Christiaanse, ETH Zürich)
• Vortragende: Dr. Jos Gadet (DRO Amsterdam) Amsterdam Nieuw-West: "Arrival City"?;
Marcel Angele (Bereichsleiter Hochbau/Planung, Gemeinde Opfikon) Input zu Opfikon

• Gäste: Bernhard Krismer (Gemeindepräsident Wallisellen, Vize-Präsident Planungsgruppe Glattal); Rahel Nüssli (ETH Zürich); Balthasar Thalmann (Kanton Zürich); Philipp Krass (berchtoldkrass)

 

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Workshop 4

Landschaft! Integraler Bestandteil oder blinder Fleck polyzentrischer Stadtregionen?

Die Landschafts- und Freiraumplanung wird gemeinhin kaum zum Kompetenzbereich von Städtebauerinnen und Raumplanern gezählt. Als Hauptakteure agieren hier vor allem die für Landwirtschaft und Wald zuständigen Behörden. Mit der zunehmenden Urbanisierung rückt die Landschaft in den letzten Jahren allerdings immer mehr in den Fokus: Landschafts- und Freiraumplanung scheinen die regionale Entwicklung – neben der Mobilitäts- und Infrastrukturplanung – effektiver steuern zu können als die klassische Siedlungsplanung. Anhand von Beispielen aus den Metropolitanregionen Amsterdam und Zürich wird unter diesem Blickwinkel die Leistungsfähigkeit bestehender Planungsinstrumente diskutiert: Können sie zur Qualifizierung der urbanen Landschaft beitragen? Sollten Zuständigkeiten anders oder neu definiert werden? Und wie können überkommunale Verbindlichkeiten hergestellt werden?

 

Instrumente: ROK, Regio-ROK, Richtpläne, regionale Planungsgruppen; Structuurvisies Noord-Holland en Amsterdam 2040, provinciaal inpassingsplan

• Fallbeispiele: Siedlungsnahes Freiraumnetz Metropolitanraum Zürich, Metropolitan Landscape Region Amsterdam: Looking for a continuous counterbalance

• Moderation: Michael Wagner (Prof. Christiaanse, ETH Zürich), wagner@arch.ethz.ch

• Protokoll: Dominik Thurnheer (Prof. Christiaanse, ETH Zürich)

• Vortragende: Patricia Bijvoet (DRO Amsterdam), Christian Leisi (Fachstelle Landschaft, Amt für Raumentwicklung, Kanton Zürich)

• Gäste: Prof. Mark Michaeli (TU München), Reto Camenzind (Bundesamt für Raumentwicklung, Sektion ländliche Räume und Landwirtschaft), Prof. Dr. Felix Kienast (Zentrum für Landschaft WSL), Mirjam Arnold (Bundesamt für Landwirtschaft), Martina Voser (mavo Landschaftsarchitektur)

 

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Workshop 5

Zukunftsbilder für polyzentrische Stadtregionen

Eine grosse Herausforderung liegt im Umbau und in der Verdichtung bestehender Struktur (> Workshop 2). Neue Infrastrukturen sind teuer, Bauland ist entweder schlicht ausgegangen oder direktdemokratische Volksentscheidungen haben klare Voten gegen die Bebauung von noch unversiegeltem Grünraum gesetzt (Kulturlandinitiative im Kanton Zürich, Annahme des revidierten Raumplanungsgesetzes etc.). Zukunftsbilder haben grossen Einfluss auf die notwendigen politischen Entscheidungsprozesse wie auch die alltägliche Raumproduktion. Ausgehend von Erfahrungen mit zurückliegenden und aktuellen Projekten werden an diesem Tisch drei Fragen von zentraler Bedeutung diskutiert:

1. Wer entwirft die Zukunftsbilder (und wie)?

2. An wen sind sie gerichtet (und bei wem kommen sie an)?

3. Sind sie wirksam (und wenn ja, warum)?

 

Instrumente und Fallbeispiele: Metrobilder Zürich, RES, Structuurvisie Amsterdam 2040

• Moderation: Dr. Christian Salewski (Prof. Christiaanse, ETH Zürich), salewski@arch.ethz.ch
• Protokoll: Myriam Züger (Prof. Christiaanse, ETH Zürich)

• Ein Gespräch zwischen Koos van Zanen (DRO Amsterdam), Frank Argast (AfS), Matthias Loepfe (RZU) und Markus Schaefer (Hosoya Schaefer)

 

Literaturhinweis: Salewski, Christian: Die Kunst des Konsenses

 

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Workshop 6

Gemeinsam die künftige Entwicklung der polyzentrischen Stadtregion erarbeiten – Partizipation und Identität 

Die ansässige Bevölkerung ist im Planungsprozess einer der konstantesten Faktoren; die meisten Menschen bleiben ein Leben lang in denselben Regionen sesshaft – Politiker hingegen oft nur vier Jahre im Amt. Währenddessen viele Planende die Wichtigkeit der Politik erkannt haben und mit dieser zusammenarbeiten, wird die frühe und aktive Beteiligung der Bevölkerung in Planungsprozessen vernachlässigt, dabei wäre sie die wichtigste Verbündete – nicht nur, um konkrete Projekte zu implementieren, aber auch im langfristige Visionen und Bilder zu erarbeiten (> Workshop 5). Die lokale Bevölkerung ist darüber hinaus äusserst wertvoll, wenn es darum geht, Potentiale und Herausforderungen zu identifizieren. Niemand kennt die eigene Region so gut wie deren Bewohnerinnen und Bewohner. Wie können wir Partizipationsprozesse effektiver, strategischer und gewinnbringender für alle Involvierten gestalten?

 

Fallbeispiele:

Alle Beteiligten werden zu Beginn des Workshops ein Projekt vorstellen, dass aus ihrer Sicht und in Bezug auf das Workshop-Thema "Partizipation und Identität" besonders beispielhaft, gelungen und erfolgreich ist sowie implizit folgende drei Fragen beantworten:

1. Wer partizipiert – und wer liefert den Anstoss, den Auslöser dazu?

2. Wie spiegelt das Schlussergebnis (Zukunftsbild, Leitbild, konkretes Projekt) den partizipatorischen Ansatz?

3. Welches sind die Lerneffekte aus dem vorgestellten Projekt für künftige partizipatorische Planungsprozesse?


• Moderation: Dr. Thomas Noack (Leiter Planungsinstrumente SIA)

• Co-Moderation: Fabienne Hoelzel (Prof. Christiaanse, ETH Zürich), hoelzel@arch.ethz.ch
• Protokoll: Ana Pereira (Prof. Christiaanse, ETH Zürich)

• Ein Gespräch zwischen NSL-Keynote speaker Prof. Zef Hemel (DRO Amsterdam, University of Amsterdam), Prof. Dr. Stefan Kurath (ZHAW, urbaNplus, Zürich), Markus Nollert (Nextzürich), Sabeth Tödtli (Nextzürich) und Dr. Martina Baum (STUDIO . URBANE STRATEGIEN, Karlsruhe)